2013-09-05 11.26.21

Independent women – oder die zerissene Generation?

Hallo zusammen,

das heutige Thema liegt mir am Herzen, da ich selbst betroffen bin.

Wir sind Frauen, die alle eine gute Ausbildung genossen haben, teilweise studiert oder eine Lehre gemacht haben und nun kurz vor oder über unseren 30er sind und fühlen uns zerrissen zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und unseren eigenen Wünschen.

Wir sind zwischen 25-37 Jahre alt, Frauen, in Europa lebend und ich bezeichne uns als independent women.

Den Begriff habe ich deshalb gewählt weil wir die Freiheit haben unsere Ausbildung selbst zu wählen und unsere Lebensweise so zu gestelten wie wir wollen. Sei es als Single, unverheiratet in einer Partnerschaft, Verheiratet, alleine wohnend, WG oder mit PartnerIn zu leben. Wir können in verschiedenen Ländern leben und uns ziemlich frei auf der Welt bewegen. Doch mit dieser Freiheit kommt auch die Mündigkeit Entscheidungen selbst zu treffen und aus der Vielzahl an Möglichkeiten zu wählen.

Möchte ich heiraten? Möchte ich Kinder und wenn ja wann? Was bedeutet dies für meine berufliche Laufbahn? Soll ich nochmals ein Studium anhängen? Bin ich schon bereit sesshaft zu werden und ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen?

All dies sind Fragen, die sich Frauen schon immer gestellt haben doch heute kann man sich gegen die gesellschaftliche und familiären Erwartungen stellen, zwar meist mit einem Gegenwind, aber möglich ist es.

Doch das viel schwierigere, stelle ich in meinem Umfeld fest, ist zu wissen und zu entscheiden wann für was der richtige Zeitpunkt für mich und meine Partnerschaft ist. Denn trotz aller Freiheiten bedeutet ein Kredit bei der Bank Verbindlichkeiten, eine Heirat eine Bindung und ein Kind Verantwortung und bin ich bereit dafür? Denn alles hat auch seine Einschnitte im Leben und ich habe das Gefühl viele wollen zwar die Vorzüge dieser Dinge aber bitte ohne die Nebenwirkungen und die Realität zeigt uns dann aber doch, dass ein Kind Einschnitte bringt und der Beruf nicht so einfach nebenbei zu jonglieren ist, denn unsere gesellschaftlichen Strukturen haben sich nicht so schnell verändert und angepasst wie wir es gerne hätten.

Hinzu kommt zu der Thematik, dass wir unseren beruflichen Erfolg / die Verwirklichung schon mit 30 geschafft haben sollen. Nachdem wenige Firmen / Startups mit Eigentübern in ihren 20er Jahren zu mehrstelligen Millionenbeträgen verkauft wurden gehen immer mehr junge Menschen davon aus, dass sie mit 30 “es” bereits geschafft haben müssen. Doch was ist “es” und warum soll ich mit 30 schon alles erreicht haben? Wir leben immer länger und arbeiten voraussichtlich bis mind. 73 oder älter somit warum sollten wir mit 30 schon alles geschafft haben? Was machen wir dann die nächsten 40 Jahre?

Wenn wir alle einmal kurz inne halten und genau hinsehen werden wir feststellen, dass es nur wenige Ausnahmen sind, die mit 30 schon Millionen Exits gemacht haben und nur wenige die behaupten ein Unternehmen zu führen oder eine hohe Position zu Schmücken in einem Konzern und gleichzeitig 1 oder mehrere Kinder groß zu ziehen sei ein Kinderspiel. Somit atmen wir tief durch und gestalten bitte unser Leben so wie wir es wollen und auch in dem Tempo, dass für uns richtig ist. Schließlich ist es unser Weg den wir gehen, unsere Träume die wir verwirklichen und dies sollte die Freiheit mit sich gebracht haben, die wir heute genießen, nämlich diese Entscheidungen WANN wir was tun selbst treffen zu können.

Liebe Grüße und euch eine schöne Woche

Elena

 

 

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