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Eine vertraute Person mit neuen Augen sehen

Hallo zusammen,

zwischen den Jahren habe ich zusammen mit Florian und seinen Eltern ein Fotoshooting gemacht.

Wenn jemand behauptet, dass Bilder bzw. Dokumentationen neutral sind muss ich immer etwas schmunzeln. Natürlich gibt es ein Genre wie Dokumentarfotografie, wo dies das höchste Ziel des Fotografen ist, ein gutes Bild einer Situation zu zeigen. Doch NEUTRAL ist diese Fotografie auch nie, da er seine persönliche Note einfließen lässt und auch die Entscheidung, ob und wann er abdrückt. Bei Portrait Aufnahmen wie bei mir ist dies noch viel mehr der Fall, da sie inszeniert sind und nur einen kleinen Moment einfangen. Es trägt der Fotografierte und der Fotografierende mit dazu bei was gezeigt wird.

Die persönliche Perspektive

Bei einem Portraitshooting mit der Familie ist das ein spezieller Fall. Denn ich habe mein inneres Bild der Person, so wie ich sie kenne mit ihren Facetten. Jede Person besteht aber aus so vielen verschiedenen Aspekten und sie möchte vielleicht eine ganz andere Seite von sich zeigen. Bei der eigenen Familie muss man aufpassen, dass man nicht nur als Fotograf seine persönliche Sicht zeigt, sondern mit den Personen wie mit Fremden vorher spricht was sie zeigen wollen und wie sie sich selbst sehen.

Glücklicherweise gehen meine Schwiegereltern und ich sehr gerne zusammen in Ausstellungen, so hatte Eva die Gelegenheit mir Fotografien in der Albertina zu zeigen, die in dem Stil sind, wie sie sich selbst gern sehen würde und es entwickelte sich daraus ein Dialog, warum sie fotografiert werden möchte und was sie zeigen möchte. Für mich war es sehr hilfreich, denn so wusste ich, welchen Teil sie von sich beleuchten möchte. Und die Begründung “Jetzt wo ich Oma werde, möchte ich natürlich schöne Fotos von mir. Dann weiß unser Enkelsohn wie ich aussah als ich Oma wurde.” Das begeistert mich natürlich, denn es ist genau das, warum ich immer sage, dass Familienbilder von allen Generationen so wichtig sind.

Chance zu reflektieren

Zu guter Letzt ist es für mich als Fotografin immer spannend zu reflektieren: kann ich etwas ganz Neues an der Person entdecken, was ich bisher noch nicht kannte? Denn auch wenn man glaubt seine Familienmitglieder gut zu kennen gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Eva’s Gedanken zum den Fotografien

“Meine Mutter war eine leidenschaftliche Fotografin, ihre Photoalben Bilderbücher für mich als Kind. Später war mir der Fotoapparat zu technisch, lieber malte ich meine Welt und fand sie in der Musik. Elena bringt in ihren Portraits diese innere Welt eines Menschen zum leuchten. Sie erfasst mit dem äusseren Bild die Seele. Das ist ihre besondere Gabe und die Fotos ein besonderes Geschenk für mich und unsere Familie.”

Liebe Grüße

Elena

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